Kommentar und Seminarplan

Veranstaltungskommentar

Die bipolare Weltordnung des Ost-West-Konfliktes war weitestgehend durch eine dominierende Konfliktlinie gekennzeichnet. Mit seinem Ende vor rund 20 Jahren prophezeiten verschiedene Autoren wahlweise eine Wiederkehr zwischenstaatlicher Kriege und alter Machtpolitik auf globaler Ebene, während andere – versinnbildlicht in der Formel vom „Ende der Geschichte“ – eine friedlichere Zukunft anbrechen sahen.

Beide Erwartungen haben sich indes nicht erfüllt. Die neue Weltordnung zeichnet sich vielmehr durch eine Reihe neuer Bedrohungen und Konfliktarten – wie etwa Staatenzerfall, transnationalen Terrorismus und die Proliferation von Massenvernichtungswaffen – aus und führt zu einem neuen Verständnis des Begriffs „Sicherheit“. Dies stellt nicht nur neue Anforderungen an die sicherheitspolitischen Akteure, sondern auch an die wissenschaftliche Durchdringung dieser Phänomene.

Fragen nach den Ursprüngen von Krieg und Frieden gehören zu den ältesten unserer Disziplin. In diesem Seminar sollen Studierende in den Teilbereich der „Security Studies“ eingeführt werden und anhand ausgewählter aktueller sicherheitspolitischer Herausforderungen vorhandene theoretische Kenntnisse vertieft und erweitert werden.

Wir werden das klassische Präsenzstudium durch e-Learning-Elemente anreichern und uns kritisch mit der Tauglichkeit ausgewählter IB-Theorien zur Erklärung neuer sicherheitspolitischer Phänomene beschäftigen.

Übersicht über die einzelnen Sitzungen

1. Einführung
2. Gewalt als politisches Instrument

I. Abschnitt: Theoretische Grundlagen

3. Der Realismus I: Offensive, Defensive und Sicherheitsdilemma
4. Der Realismus II: Polarität
5. Liberaler Frieden I: Frieden durch Demokratie?
6. Liberaler Frieden II: Frieden durch Interdependenz und Institutionen
7. Konstruktivismus I: Normierung des Krieges und Securitization
8. Konstruktivismus II: Kultur und psychologische Phänomene

II. Abschnitt: Aktuelle Phänomene

9. Die Proliferation von Massenvernichtungswaffen am Beispiel Iran
10. Rohstoffe als Konfliktursache: Das Beispiel Rohöl und Erdgas
11. Der Russland-Georgien-Krieg 2008
12. Asymmetrische Konflikte und „Neue Kriege“
13. Transnationaler Terrorismus am Beispiel al-Qa’ida
14. Wer kämpft? Neue und alte Kombattanten
15. 12.02.10 Abschluss-Sitzung: „The Fog of War“

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