Monatsarchiv: Dezember 2009

„Securitization“

In dem nachfolgenden Aufsatz werde ich mich mit dem Thema „Securitization“ im Kontext der internationalen Sicherheitspolitik auseinandersetzen.

Entwickelt wurde die Theorie in den 1990er Jahren von der sog. Kopenhagener Schule, die sich um Autoren wie Barry Buzan und Ole Waever konstituiert (Williams 2003: 511).

Die konzeptionelle Position dieses Ansatzes in den Schemata der Theorien der Internationalen Beziehungen lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Am stärksten ist die securitization-Theorie im (Sozial-)Konstruktivismus verankert, bezieht sich aber auch teilweise auf den Neoinstitutionalismus und interessanterweise auf die realistische Tradition von Carl Schmitt. Diese letzte Verbindung werde ich später genauer thematisieren, da diese Verwurzelung die Theorie deutlich von anderen konstruktivistischen Ansätzen unterscheidet (Williams 2003: 514f.).

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Eingeordnet unter Konstruktivismus, Kurzpaper

Normen und Normierung des Krieges

1. Einleitung zum Konstruktivismus

Der Konstruktivismus kann im Rahmen der internationalen Politik nicht als eigenständige Theorie verstanden werden. Vielmehr liefert er einen alternativen und ergänzenden Erklärungsansatz zur neorealistischen und neoliberalen Theorie.

Eine Anarchie im klassischen Sinne existiert im Konstruktivismus nicht. Die Beziehungen der Staaten werden durch gemeinsame Identitäten, Normen und Regeln bestimmt und somit ein Chaos auf internationaler Ebene verhindert. Deshalb auch der berühmte Titel von Alexander Wendt: „Anarchy is what states make of it“. Eine wichtige Rolle spielt, im Hinblick auf Chaosverhinderung, die Idee des „Power of Practice“.

Hierbei werden auf nationaler Ebene sozial etablierte Praktiken reproduziert und auf internationaler Ebene angewendet. Das heisst, dass sich ein Staat auf internationaler Ebene genauso verhalten wird wie er es auch auf nationaler Ebene tut. Dieses ganze Konzept ermöglicht Staaten eine Prognose über die Handlungen anderer Staaten zu treffen, was natürlich die Unsicherheit im internationalen System enorm senkt.

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Frieden durch Institutionen

Institutionalismus in den internationalen Beziehungen

Die Wahrung des internationalen Friedens mittels Institutionalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen ist keine Vorstellung moderner sicherheitspolitischer Überlegungen, sondern viel mehr eine Idee, die so alt ist wie die moderne Staatenwelt selbst. Seit dem Aufkommen der ersten Friedenstheorien hat sich eine Vielfalt an internationalen Institutionen im Bereich der institutionalisierten Sicherheits- und Friedenspolitik entwickelt. Im Rahmen bestehender überstaatlicher außen- und sicherheitspolitischer Strukturen sind unterschiedliche Typen solcher Institutionen erkennbar geworden. Neben den klassischen internationalen Organisationen sind hierbei die internationalen Netzwerke und Ordnungsprinzipien sowie die internationalen Regime zu erwähnen. Diese dienen vor allem der kurz- und längerfristigen Konflikt- und Krisenprävention, dem Konfliktmanagement und der Konfliktbeilegung, der politischen und militärischen Sicherung und Wiederherstellung des Friedens, der Konfliktnachsorge, der Friedenskonsolidierung und der Versöhnung zwischen Konfliktparteien.

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Frieden durch Interdependenz

1. Definitionen des Begriffes der Interdependenz und dessen Differenzierungen

Der Begriff Interdependenz bedeutet wechselseitige Abhängigkeit. Der Begriff wird sowohl weit als auch eng gefasst. Erstere umfasst alle Funktionen eines Staates, die zweite nur die zentralen Funktionen eines Staates, wie z.B. die Sicherheitspolitik.

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