Normen und Normierung des Krieges

1. Einleitung zum Konstruktivismus

Der Konstruktivismus kann im Rahmen der internationalen Politik nicht als eigenständige Theorie verstanden werden. Vielmehr liefert er einen alternativen und ergänzenden Erklärungsansatz zur neorealistischen und neoliberalen Theorie.

Eine Anarchie im klassischen Sinne existiert im Konstruktivismus nicht. Die Beziehungen der Staaten werden durch gemeinsame Identitäten, Normen und Regeln bestimmt und somit ein Chaos auf internationaler Ebene verhindert. Deshalb auch der berühmte Titel von Alexander Wendt: „Anarchy is what states make of it“. Eine wichtige Rolle spielt, im Hinblick auf Chaosverhinderung, die Idee des „Power of Practice“.

Hierbei werden auf nationaler Ebene sozial etablierte Praktiken reproduziert und auf internationaler Ebene angewendet. Das heisst, dass sich ein Staat auf internationaler Ebene genauso verhalten wird wie er es auch auf nationaler Ebene tut. Dieses ganze Konzept ermöglicht Staaten eine Prognose über die Handlungen anderer Staaten zu treffen, was natürlich die Unsicherheit im internationalen System enorm senkt.

Weiterlesen

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Konstruktivismus, Kurzpaper

Frieden durch Institutionen

Institutionalismus in den internationalen Beziehungen

Die Wahrung des internationalen Friedens mittels Institutionalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen ist keine Vorstellung moderner sicherheitspolitischer Überlegungen, sondern viel mehr eine Idee, die so alt ist wie die moderne Staatenwelt selbst. Seit dem Aufkommen der ersten Friedenstheorien hat sich eine Vielfalt an internationalen Institutionen im Bereich der institutionalisierten Sicherheits- und Friedenspolitik entwickelt. Im Rahmen bestehender überstaatlicher außen- und sicherheitspolitischer Strukturen sind unterschiedliche Typen solcher Institutionen erkennbar geworden. Neben den klassischen internationalen Organisationen sind hierbei die internationalen Netzwerke und Ordnungsprinzipien sowie die internationalen Regime zu erwähnen. Diese dienen vor allem der kurz- und längerfristigen Konflikt- und Krisenprävention, dem Konfliktmanagement und der Konfliktbeilegung, der politischen und militärischen Sicherung und Wiederherstellung des Friedens, der Konfliktnachsorge, der Friedenskonsolidierung und der Versöhnung zwischen Konfliktparteien.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kurzpaper, Liberalismus

Frieden durch Interdependenz

1. Definitionen des Begriffes der Interdependenz und dessen Differenzierungen

Der Begriff Interdependenz bedeutet wechselseitige Abhängigkeit. Der Begriff wird sowohl weit als auch eng gefasst. Erstere umfasst alle Funktionen eines Staates, die zweite nur die zentralen Funktionen eines Staates, wie z.B. die Sicherheitspolitik.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kurzpaper, Liberalismus

Demokratischer Frieden – Eine unzuverlässige Theorie

Dieses Kurzpaper unterzieht die Theorie vom demokratischen Frieden bzw. deren Abwandlung durch Owen einer kritischen Betrachtung. Strittig sind vor allem definitorische und kausale Probleme.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kurzpaper, Liberalismus

Zur Kritik am Konzept des Demokratischen Friedens

1. Einleitung

Die wichtigste These der Theorie des demokratischen Friedens – Demokratien führen niemals Krieg gegeneinander – wurde in den letzten Jahren mit viel Zuspruch, aber auch mit viel Kritik bedacht. Konsens sowohl unter den Befürwortern als auch unter den Kritikern besteht darüber, dass sich nur sehr wenige militärische Konflikte zwischen Demokratien finden lassen. Kontrovers diskutiert wird allerdings die Frage, wie die Theorie das eingetretene Ergebnis erklären kann. Manche Wissenschaftler sehen die Strukturen und Institutionen innerhalb demokratischer Staaten als entscheidenden Faktor, andere begründen den demokratischen Frieden eher normativ und mit demokratischen politischen Kulturen. Diese zentralen Kontextfaktoren außenpolitischer Gewaltanwendung erheben den Anspruch, die Kausalmechanismen, die hinter dem Phänomen des demokratischen Friedens stecken, erklären zu können.

In dem vorliegenden Paper soll, nachdem kurz die Grundsätze der Theorie des demokratischen Friedens skizziert wurden, anhand des Fallbeispieles der anglo-amerikanischen Krise von 1861 dargestellt werden, dass die beiden Erklärungsansätze – das politische System und die politische Kultur demokratischer Staaten – nicht den Verlauf der Krise erklären können. Das Ergebnis dieser Krise – die Verhinderung des Ausbruchs eines militärischen Konfliktes – scheint auf den ersten Blick die Theorie zu bestätigen. Wichtig bei der Betrachtung der anglo-amerikanischen Krise ist allerdings die Frage nach dem Warum. Hier wird im Verlauf der vorliegenden Arbeit aufgezeigt, dass weder das politische System noch die politische Kultur demokratischer Staaten die entscheidenden Ursachen für die Verhinderung des Krieges waren. Der Theorie des demokratischen Friedens werden somit die grundlegenden Erklärungsansätze entzogen.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kurzpaper, Liberalismus

Zusammenfassung zur Unipolarität

I. Ausgangslage

Seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes, und damit verbunden der bipolaren Weltordnung, stellt sich die Frage, wie sich fortgesetzte Kooperation und Ausbleiben der alten Balance-of-Power-Politik erklären lassen.

Klassischerweise gilt die Unipolarität im Neorealismus als die instabilste Form internationaler Ordnung, folglich sagte dieser nach dem Ende der Blockkonfrontation eine Rückkehr zum multipolaren System voraus.

Zwanzig Jahre später scheint sich allerdings an der hegemonialen Stellung der USA wenig geändert zu haben.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Neorealismus

Allianztheorie des Neorealismus

1. Einleitung

Das vorliegende Paper greift die Thematik der 4. Sitzung des Seminars „Aktuelle Probleme der Sicherheitspolitik“ auf und setzt sich in diesem Rahmen mit der Allianztheorie des Neorealismus auseinander.

Das Paper ist in zwei Themenschwerpunkte gegliedert. Als Erstes werden die theoretischen Grundlagen des Neorealismus mit den daraus resultierenden Kooperationshindernissen und –chancen dargelegt. Als Zweites folgt die Betrachtung von Balancing- und Bandwagoning-Allianzen nach Walt, welche abschließend einer fundierten Kritik unterzogen werden.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kurzpaper, Neorealismus